Die frühen Vögel pfeifen es bereits von den Dächern: Windows 8 kommt im nächsten Jahr! Metro-Apps, „Touch First“ und ein jungfräulicher App-Shop (Letzterer zur Zeit noch „under construction“) kämpfen bereits jetzt um die weltweite mediale Aufmerksamkeit. Da kann eine -der Zukunft zugewandte- Software-Agentur natürlich nicht untätig zusehen. Zu groß ist die Versuchung, ganz vorne mit dabei zu sein und bereits beim Start des zukünftigen Shops erste Apps ins Rennen um die Käufergunst zu schicken. Doch was tun? So viele Möglichkeiten! Man trifft sich intern zur Beratung, die Kaffeemaschine läuft heiß. Read the rest of this entry »
Www goes 3D
„3D im Internet …ja und?“ So denken sicher die meisten, die obige Überschrift lesen, und man kann es ihnen kaum verdenken. Gilt doch 3D-Grafik im WWW nach wie vor als eine Domäne der Spielefirmen. Gut, es gab vor gefühlten hundert Jahren malen einen Hype um Second Life. Doch nachdem eine ganze Reihe kleiner und großer Firmen die traurige (und vorhersagbare) Erfahrung machen durfte, dass es den Durchschnitts-Avatar eher in virtuellen SM-Clubs als in den aufwendig modellierten konzerneigenen Glitzermessestand verschlug, ist auch hier inzwischen die Ernüchterung groß. Die Kids (und nicht nur die) verzocken ihr Geld lieber bei WOW und anderen MMOGs, geschlossenen Welten, die mit dem WWW nur das Protokoll gemein haben, keinesfalls die User Experience gemein haben. Dann gab es da noch Adobes Shockwave (ich weiß, hier in der Vergangenheitsform zu schreiben, ist nicht nett, denn Shockwave wird ja eigentlich noch gepflegt. Ausschlaggebend für mein subjektives Urteil sind aber Akzeptanz und Verbreitung), das es ermöglichte, 3D-Inhalte im Browser anzuzeigen. Aber unter uns: bis auf ein paar rotierende Handys in diversen Mobile-Shops ist nicht viel bei mir hängengeblieben. Und dann gibt es noch die wunderschönen Nachtschattengewächse diverser Cutting-Edge-3D-Engines, für die es ebenfalls Web-Schnittstellen gibt. Quest3D ist so eine, oder (vergleichsweise neu) Silvermotion, eine Engine für Microsoft Silverlight. Was haben all diese Versuche gemeinsam? Richtig: Entweder handelt es sich um eine Stand-alone-API oder der Content wird nur dann im Browser angezeigt, wenn man ein bestimmtes Plugin installiert hat. 3D-Plugins im Browser sind ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite hat man eine (idealerweise) hochwertige 3D-Engine und eigentlich sollte es der moderne User auch gewohnt sein, seinen Browser permanent zu pimpen. Andererseits gibt es allerhand Belege dafür, dass die Verweildauer auf Websites um zweistellige Prozentbeträge sinkt, wenn zur Installation eines Plugins aufgefordert wird.
Brauchen wir also einen neuen Standard, der 3D-Inhalte ohne Plugin im Browser anzeigt? Und wenn ja: was machen wir dann damit? Diese Fragen waren Thema eines illustren Kongresses des Frauenhofer Instituts für Datenverarbeitung IGD am 17. August 2011 in Darmstadt, an dem ich die Freude hatte teilzunehmen.
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Magische Schachtel
Als ich das erste Video über den pCubee sah, klappte mir -ich gebe es zu- die Kinnlade herunter. So verblüffend dieser Gegenstand auf den ersten Blick wirkt, so elegant ist die Umsetzung der Idee: Eine stylische Box mit 5 Flatscreens (nur der Boden besitzt keinen) rendert (etwas altbacken wirkende) 3D-Bilder, die den Eindruck erzeugen, die gezeigten Gegenstände seien IN der Box und die Screens lediglich transparente Fenster. Ein Trackingsystem erfasst sowohl die Position des Betrachters als auch die Position und Rotation des Cubes. Ausgefuchste Algorythmen berechnen für jedes Display ein entsprechend gestrecktes Bild, daß vom Betrachter aus gesehen den gewünschten Raumeindruck erzeugt. Eine gelungene, ausreichend schnelle Physics-Engine sowie der geniale Fake, die “Fenster” auch von ihrer “Hinterseite” zu zeigen, runden den Coup ab. Ich wette, in einer späteren Version werden die Jungs vom Human Communication Lab der Universität Columbia 3D-Bildschirme verbauen. Nur der Mehrspieler-Modus wird aus sich warten lassen müssen: Für den Sitznachbarn dürften die Bilder reichlich verzerrt aussehen…
Grafik vs. Code?
Beim Kick-Off wirkt alles so einfach: Fähige Entwickler schreiben ein funktionierendes Programm und kreative Designer entwerfen die Oberfläche dazu. Wenn sie als Kunde, Geschäftsführer oder Entwickler bereits mit Software-Entwicklung zu tun hatten, wissen sie jedoch, dass dies zwar leicht daher gesagt, aber oftmals weitaus schwerer zu realisieren ist. In den meisten Fällen wird ein Entwickler-Team das Programm schreiben, während eine externe Grafik-Abteilung (in vielen Fällen sogar eine externe Agentur) das Design für die Oberfläche beisteuert.
Microsoft rotiert: Erste 3D-Grafik-Demo mit Silverlight 5
Jeder Grafiker hat seine ganz individuelle berufliche Vita und ganz egal, wo es ihn hin verschlägt: Er hat seine Roots. Die meinen sind 3D-Grafik und Animation. Viele Jahre habe ich mit dem Modellieren, Texturieren und Animieren für Games und interaktive 3D-Anwendungen zugebracht. Auch wenn mich das Geschick inzwischen mehr in die Usability-Forschung treibt: Vertexe und Bump Maps sind meine heimliche Liebe. Wie bereits mehrfach erwähnt, beschäftige ich mich zur Zeit jedoch vor allem mit Programmoberflächen unter WPF und Silverlight, beides primär zweidimensionale Angelegenheiten. Ja, ich weiss: WPF KANN 3D, aber die Implementierung in Expression Blend ist für den Grafiker-geschmack noch ziemlich rudimentär… außerdem ist Silverlight für mich persönlich interessanter, da es auch im Browser läuft und eine Cross-Platform-Lösung ist. Nun sind Software-GUIS leider fast immer zweidimensional.
Ich jedoch träume von GUIs, die dreidimensional sind und sich wie physikalische “Sachen” verhalten, nicht wie logische Klick-Einheiten.
Der Smart-Client-Kalender 2011
Zu Weihnachten ist es auch in der Software-Branche üblich, seinen Geschäftspartnern eine freundliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Leider sind echte Programmier-Geeks in dieser Hinsicht bisweilen etwas phantasielos und so bleibt es oft bei der üblichen Grußkarte. Kleines Bonmot am Rande: Alkohol und Pralinen sind übrigens weit weniger gern gesehen als vermutet, denn dies gilt -kein Witz- bei den Finanzämtern als geldwerter Vorteil und muss angegeben werden!
Wie dem auch sei, nun arbeite ich ja nicht bei einer reinen Entwicklerfirma, sondern bei einer Software-Agentur, sprich: Design-Kompetenz soll auch im Christkindelpräsent demonstriert werden. Also photoshopte ich für unseren größten und wichtigsten Kunden einen Kalender 2011. Das Thema des Kalenders sind die Smartclients, Prototypen und Konzepte, die ich im Lauf eder letzten zwei Jahre für diesen Kunden erstellt habe und die einzelnen Monatsmotive thematisieren jeweils ein bestimmtes Projekt. Der angestrebte Look sollte Hightech-Feeling und Kreativität vermitteln und gleichzeitig angemessen seriös wirken, was mir angesichts der knappen Deadline ganz gut gelungen ist. Die Collagen wirken auf den ersten Blick chaotisch, auf den zweiten jedoch offenbaren sie eine gewisse innere Logik, die im Bezug zum Thema steht. Der Kalender ist nicht offiziell im Handel erhältlich, sondern sozusagen ein “internes Projekt”. Und da es sich bei den gezeigten Programmen -wie erwähnt- teilweise um Prototypen handelt, kann ich aus Urheberrechts- und NDC-Gründen nicht alle Blätter zeigen. Die unbedenklichen möchte ich Euch an dieser Stelle jedoch nicht vorenthalten:
Dual-Screen-Notebook von Acer
Nachdem Toshiba mit dem Libretto (Video) vorgelegt hat, lässt Acer sich nicht lumpen und zieht mit einem eigenen Serienprodukt nach, dem “Iconia”. Sehr beeindruckend, wie ich finde.
Musikvideo: Ein Ding im Spiegel
Grafiker mit 3D-Erfahrung sind in ihrem Herzen immer auch halbe Filmer, denn für ein gutes Rendering-Still sind Skills vonnöten, die auch einen guten Regisseur ausmachen. Man muss Licht setzen, Kameras platzieren, Kulissen und Schauspieler bewegen. Manifestiert sich das Ganze dann auch noch in der zeitlichen Dimension, sind wir auf dem Gebiet der CGI-Animation und damit vollends im Filmbereich angelangt. In meiner Zeit als 3D-Profik hatte ich leider viel zu wenig Gelegenheit für Animation und Postproduktion, Realfilm war für mich bis dato eine Terra ingognita. In den Finger juckte es mich allerdings immer schon, und man wird ja auch nicht jünger. Ein Filmprojekt musste also her. Etwas un- oder nur halbkommerzielles, ohne Auftragsdruck – aber zu „arty“ und abgehoben sollte es nun auch wieder nicht sein. Etwas Ruhm und Verbreitung durch Popkultur würde nicht schaden.
Was liegt da näher als ein Musikvideo? Und, Ta-Daaaa, hier ist es!
„Ein Ding im Spiegel“ ist ein Song vom – im Dezember 2010 erscheinenden- neuen Album der Avantgarde-Metalband ADVERSUS und war von Anfang an als eine Mischung aus 3D-Geschiche und Realfilm gedacht. Die Idee, dieses kurzweilige Stück Düstermusik zu vertonen hatte ich schon länger, doch ging der Umsetzung eine ausführliche und tiefgehende Planungsphase voraus, denn ich fungierte nicht nur als 3D-Operator, sondern auch als Regisseur und Postproducer.
In der frühen Planungsphase wurde erst einmal der Look des Videos festgelegt. Da es sich bei ADVERSUS um eine Band aus dem Metal/Gothicsektor handelt und es in diesem Lied um einen geheimnisvollen Spiegel geht, war von Anfang an klar, daß eine düstere, aber auch romantisch-geheimnisvolle Bildsprache angebracht wäre. Die Ästhetik solle altertümlich, klaustrophobisch und ein „verstaubt“ wirken, wie auf einem schlecht aufgeräumten Speicher. Für die 3D-Animationen entschloss ich mich für einen „Weird Fantasy“-Look im Stil von #9 oder den Tim-Burton-Filmen, wobei ich bei den Charakteren nicht zu „real“ werden wollte. Sie waren als Puppen gedacht und sollten etwas Marionettenhaftes haben. Auch die (ungeschlagenen!) Videos der amerikanischen Band Tool waren eine Inspirationsquelle.
Die Produktion des 3D-Anteils nahm ungefähr 6 Monate in Anspruch, da es sich hier um ein „immer-wieder-mal“ Projekt handelt, waren die Arbeitsblocks gestückelt und ist eine exakte Angabe des Zeitaufwands leider unmöglich. Alle Backgrounds, Charakters, Rigs und Animationen wurden in Lightwave erstellt. Modelling, Animation und Rendering lief über eine Software. Neben den üblichen FW- und IK-Animationen kamen auch diverse Dynamics und Partikeleffekte zum Einsatz. Gerendert wurde auf einem handelsüblichen PC in 1024×756.
Die Realfilmaufnahmen wurden an einem einzigen Tag im Zeughaus Willy John, einer obskuren Mischung aus Kunstausstellung und Trödelmarkt in Leipzig gedreht. Während der 3D-Job für mich eher Routine war, stellte mich dieser einzige Drehtag vor neue Herausforderungen, denn immerhin waren wir ein Team von 14 Leuten und es gab eine Menge zu tun. Ohne langfristige und akkurate Drehplanung nebst ausführlichem Drehplan ist auch eine Vergleichsweise kleine Low-Budget-Produktion wie diese undurchführbar. Finanzierung, Aufstellung des Teams, Aufgabenverteilung, Equipment-Beschaffung, Tramsportlogistik, Übernachtungen, Catering Dreh- und Lichtplan, Maske, sowie ein streng eingehaltenes Arbeits-timing fallen leider nicht vom Himmel und ich habe eine ganze Menge gelernt. Es hat aber alles reibungslos geklappt und neben den Renderings hatte ich dann auch genug gutes Realfilm-Material zur Verfügung. Gedreht wurde mit zwei Sony DSRs auf DV-Video in 16/9. Für viele Aufnahmen kam außerdem ein Steadycam-Gestell von Merlin zum Einsatz.
Bearbeitet und geschnitten wurde „Ein Ding im Spiegel“ auf den Adobe-Geschwistern After Effects und Premiere, was ungefähr 3 Wochen meiner Freizeit in Anspruch nahm. Der angestrebte Vintage-Look machte viele Tests nötig, bis aus zahllosen Schmutztexturen und den entsprechenden Premiere-Tools ein Affekt generiert war, den man problemlos einsetzen konnte ohne die Render-Performance zu sehr in den Keller zu ziehen. Das Video enthält einen großen Anteil an Fonts, Zierrahmen und Maskeneffekten, unter anderem auch dort wo sich die Real- und die verwunschene 3D-Welt überschneiden. Ein Musikvideo stellt an den Schnitt andere Anforderungen als ein „normaler“ erzählender Film, denn hier gilt es, nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch im passenden Rhythmus zu schneiden. Zwei verschiedene Dramaturgien sind miteinander in Einklang zu bringen. Dank der Musik von ADVERSUS, die bereits in sich schon sehr narrativ und episch angelegt ist, war dies eine dankbare Aufgabe, deren Umsetzung besonderen Spaß gemacht hat. „Ein Ding im Spiegel“ hebt sich sowohl musikalisch als auch dramaturgisch vom Flachsinn der meisten modernen Musikvideos ab. Insgesamt finde ich die Arbeit für mein erstes Musikvideo ganz gelungen, was mir auch durch das starke Feedback bestätigt wird. Eventuell lasse ich ein etwas ausführlicheres Making-Of nachfolgen.
Grafikerhumor: Missing Missy
Ein böses Branchen-Sprichwort lautet: “Der schlimmste Feind des Grafikers ist der Kunde”. Das stimmt natürlich nicht, wir Grafiker lieben unsere Kunden. Doch, ehrlich! Was uns oftmals weitaus schwerer aufs Gemüt drückt, sind Leute aus dem näheren Bekanntenkreis, die irgend ein grafisches Erzeugnis für ihre kleinkarierten privaten Zwecke benötigen. Und nun ganz plötzlich ihre unverbrüchliche Freundschaft zu uns entdecken. Egal ob Geburtstagsflyer, Wandverzierung oder Arschgeweih, nirgendwo ist mal als Gestalterich noch sicher vor derartigen Avancen; und ruck-zuck ist man verknechtet und zählt innerlich die Stundensätze, die man natürlich nicht einfordern kann. Oft reicht freilich der gutmütige Verweis auf irgendein Dau-Tool um das Übel abzuwenden, manchmal droht jedoch der Super(g/d)au, und da muss man dann durch.
Der australische Gestalter und Blogger David Thorne hatte es mit einer Kollegin -genauer: der Sekräterin- zu tun, welche ein simples Suchplakat mit ihrer verschwundenen Katze “Missy” haben wollte. Anscheinend sogar von MS-Word überfordert wandte sie sich an den Profi, der sich über die Belästigung auf seine ganz eigene Weise bedankte…
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dat_dltut_1.php?aktion=_startseite&sprache=de&dir=15_dali/10_light_studio_so
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Bericht: Festival junger Talente, Offenbach
Als quer eingestiegenes Grafikerkind der wilden 90er beäugt man Design-FHs und Kunstunis immer mit einer Mischung aus Neid und Hochmut. Auf der einen Seite freut man sich über seinen eigenen frühen Einstieg in die Branche, das frühe Geld und die harte Praxisschule, die man durch- und überlebt hat. Auf der anderen Seite ist man, geben wir es ruhig zu, auch ein bisschen neidisch auf die fluffige Ausbildung und den akademischen Titel. Wie man es auch hält: Es ist auch als aller Vollberufler ohen Uni-Vergangenheit immer wieder mal nett, Kampusluft zu schnuppern und sich eine Scheibe von der Frische und Unverbrauchtheit des Nachwuchses abzuschneiden. Über einen Bekannten von mir erfuhr, Jan Mattis Kuhn, erfuhr ich vom “Festival junger Talente” , welches über 2 Wochenenden auf dem Gelände der Energieversorgung Offenbach stattfand.








